Schweden 🇸🇪 -> Norwegen 🇳🇴

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Schweden 🇸🇪 -> Norwegen 🇳🇴

Von Stockholm bis nach Oslo mit Übernachtungen bei anderen Motorradfahrern...

Datum: 10.06.2022 // Ort: Tau

Die nächsten zwei Tage verbrachte ich dann noch auf dem Campingplatz! Schrieb ein bisschen am Blog weiter und wusch mein Motorrad. Reinigte den Drosselklappen-Servo und alles war wieder in Ordnung! Für die nächste Woche hatte ich mir vorgenommen, mal ein paar Tage wild zu campen. Also füllte ich montags den Essensvorrat für die nächsten Tage auf und befüllte auch meinen kleinen Benzinkanister mit Trinkwasser. Auf IOverlander (eine App für Wildcampingplätze https://ioverlander.com/) fand ich dann in der Nähe ich von einem See eine gute Stelle! Dort blieb ich dann die nächsten Tage. Bastelte ein bisschen an der Website und schrieb am Blog weiter.

Leider kündigte sich dann für Mittwochnachmittag regen an… Zum ersten Mal, seit dem ich losgefahren war. Also alles eingepackt und auf den Weg in die nächst größere „Stadt“ gemacht, um dort irgendwie den Tag zu verbringen. Am Abend sollte nämlich schon wieder die Sonne rauskommen. In der Nähe fand ich eine Dönerbude beziehungsweise Café. Also eine schicke Dönerbude könnte man sagen. Dort hab ich dann den Regen abgewartet. Es gab kostenlos Wasser und Salat. Außerdem lief auch Deutsche Musik, nur leider ähnlich wie WDR4… Nena – 99 Luftballons zum Beispiel… Kaffee wurde mir dann auch noch angeboten… Dankend lehnte ich aber ab. Ich plante ein bisschen die nächsten Tage. Da ich durch den Offroad Tag ein bisschen in die Mitte von Südschweden gefahren war, entschied ich mich spontan dazu, noch Stockholm zu besichtigen. Wenn ich schon in der Nähe bin… Hierfür hatte ich Gabriel von bunk-a-biker kontaktiert. Bunk-a-Biker (bunk-a-biker) ist die weltweite Version von free-beds-for-bikers (www.free-beds-for-biker.de). Also kostenlose Betten für Motorradfahrer übersetzt. Dort kann man sich registrieren und anderen Motorradfahrern einen Schlafplatz zur Verfügung stellen. Entweder ein Bett im Haus und/oder Zelt aufbauen im Garten kann man auswählen. Als Kontakt Informationen können dann Telefonnummer, Email oder Facebook-Profil hinzugefügt werden. Ein paar E-Mails später stand ich vor seiner Tür. Gabriel wohnt mit seiner Familie circa 45 min von Stockholm entfernt. Die Siedlung ähnelte ein bisschen einer Filmstadt. Alle Häuser sahen gleich aus und waren auch gleich groß! Freundlich wurde ich empfangen und direkt darauf hingewiesen, dass gleich auch schon das Abendessen fertig sei! Kurze Zeit später saß ich mit der Familie am Küchentisch. Er selbst macht auch viele Motorradreisen. Er war schon in Rumänien und auch am Nordkap! Abends saßen wir zusammen auf der Couch und sprachen natürlich über Motorräder. Als wir auf das Thema Versicherungen kamen, stellte sich heraus, das Schweden sehr guten Konditionen hat. Gabriels Motorrad hatte nach einem Sturz beim Offroad fahren einen Riss im Rahmen. Somit wirtschaftlicher Totalschaden. Durch seine Versicherung jedoch, wurde ihm ein neues Motorrad zur Verfügung gestellt. Nicht das gleiche sondern sogar der Nachfolger. Das dass ganze innerhalb von nur 2 Monaten erledigt war, hat mich dann doch sehr staunen lassen. Nun steht bei Gabriel eine neue Tenere 700 Rally mit alles im Schuppen.

Man kann schon sagen das ich ziemlich überwältigt von der Gastfreundschaft war! Für Gabriel war es absolut selbstverständlich das ein fremder Motorradfahrer bei Ihm übernachtet… und das dabei auch seine Tochter ihr Zimmer für eine Nacht abgeben musste übrigens. Nach einem leckeren Pancake Frühstück verabschiedete ich mich und fuhr Richtung Stockholm.

Da ich erst am Nachmittag in das Hostel einchecken konnte, machte ich Sightseeing mit dem Motorrad. Stockholm ist sehr zentral gebaut. Mir viel direkt auf, das viele Sehenswürdigkeiten nah nebeneinander sind und man kann so wie gut wie alles zu Fuß erkunden. Für den nächsten Tag hatte ich mich mit Sarah verabredet. Sie hatte mich über Workaway (https://www.workaway.info/) kontaktiert, eine Website wo Reisende einen Job in anderen Ländern finden können. Dort kann man außerdem seine Reisepläne teilen und gegebenenfalls einen sogenannten Travelbuddy finden. Wir trafen uns in einem Café und starteten von da aus unsere Touri-Tour durch Stockholm. Stockholm fand ich mega! Alles ist fußläufig zu erkunden, sehr ordentlich und sauber! Viele kleine Gassen, aber auch riesige königliche Gebäude. Wir hatten das Glück auch noch den Wachwechsel am Stockholmer Schloss mitzubekommen. Es wurde eine ganze Playlist von Volksmusik runtergespielt, marschiert, mit den Pferden im Kreis gelaufen und irgendwelche Kommandos auf Schwedisch gebrüllt. Sehr eindrucksvoll!

Als professioneller Touri habe ich natürlich alles fotografiert und natürlich auch versucht, mich nach vorne zu drängeln! Hier ein paar Eindrücke aus Stockholm:

Spät am Abend kam ich zurück ins Hostel und viel direkt ins Bett.

Am nächsten Tag packte ich meine Sachen, füllte meinen Trinkwasserkanister wieder auf und machte mich auf den Weg Richtung Norwegen nach Oslo. Schweden ist schön, aber langsam wollte ich dann doch nach Norwegen. In der Woche auf dem Weg nach Oslo wild campte ich wieder ein paar Tage. Zwei Nächte blieb ich außerdem an einem schönen See und kochte das erste mal auf der Reise auf meinem Hobo-Kocher.

In Oslo hatte ich mich mit Felix verabredet, um bis Samstag bei ihm zu bleiben. Da mir das mit bunk-a-biker so gut gefallen hatte, dachte ich, versuche ich es einfach direkt nochmal. Gabriel hatte mir auch erzählt, dass er das bei seinen Reisen sehr häufig nutzt und immer gut klappt!

Der Grenzübertritt nach Norwegen war nicht wirklich spektakulär. Irgendwo im Wald tauchte plötzlich ein Schild: „Riksgrense Norge“ auf. Das ganze Überwacht von 3 Kameras. Schnell noch ein Foto geschossen und rein nach Norwegen!

Nur kurze Zeit später… also wirklich circa 15 min auf Norwegischen Straßen…  stand ein Elch am Straßenrand. Es war echt unglaublich! Es sah so aus, als würde er den Verkehr abwarten, um dann die Straße zu überqueren.

Das ich Norwegen war, sah man einfach. Norwegen unterscheidet sich meiner Meinung nach sehr stark, da die Natur sehr vielseitig ist. Es ist ungefähr so wie auf die ersten Berge in den Alpen zu fahren. Einfach etwas anderes.

In der Nähe von Oslo stand ich dann bei Felix vor der Tür. Nur leider war er nicht da und auch nicht zu erreichen. Ich hatte ihm gesagt wann ich circa bei ihm bin und stand nun vor seiner Garage. Nachdem ein bisschen Zeit verstrichen war und ich auch keine Rückmeldung bekommen hatte, entschied ich mich dazu spontan die Nacht doch woanders zu verbringen. Spontane Entscheidungen für die Schlafplatzwahl in der Nähe von Großstädten können manchmal teuer enden. Also fuhr ich zur nächsten Tankstelle und recherchierte ein bisschen am Laptop um wir etwas passendes zu suchen. Außerdem hatte ich Felix per Mail darüber informiert, das mir die Situation irgendwie komisch vor kam und ich nun nicht bei Ihm bleiben würde. Ich entschied mich für ein AirBnb bei Tariq, etwas oberhalb von Oslo. Tariq bot kostenlos seine Waschmaschine und seinen Trockner an. Das traf sich gut! Vor seiner Tür angekommen, machte auch er nicht auf. Problem, denn die Unterkunft war bereits bezahlt. Als ich Tariq versuchte zu kontaktieren, ging er nicht an sein Telefon. Was eine dumme Situation. Den ganzen Nachmittag Hin und Her gefahren und immer noch kein Schlafplatz. Als ich gerade dabei war den Vorfall voller Frust bei AirBnb zu melden, rief Tariq zurück. Tariq war neu bei AirBnb (ich glaube ich war sogar sein erster Gast) und wusste nicht wie man die Funktion bei AirBnb ausstellt, das Leute sich einfach bei einem einbuchen können. Normalerweise schickt man nämlich erst eine Anfrage und bekommt dann vom Gastgeber eine zu- oder absage. Völlig aufgelöst sicherte mir Tariq zu, das er in 30 min zu Hause sei. Nach mehrmaligen Entschuldigen saß ich dann nun abends bei Ihm am Wohnzimmertisch und aßen zusammen Spaghetti Bolognese. Mein Motorrad durfte ich dann auch noch in seinem kleinen Garten parken. Tariq war super nett und zuvorkommende. Der Tag nahm also eine Gute Wendung!

Im Vergleich zum normalen Alltag, ist mir auf der Reise nun schon öfter aufgefallen, das es keine Struktur gibt und sich die Dinge immer vom einen auf den anderen Moment ändern können. Einerseits ist das mit Felix von Bunk-a-biker natürlich doof gewesen, anderseits hat mir das wieder die Möglichkeit gegeben Tariq kennenzulernen. Es ist ein auf und ab. 

Abends sah ich dann noch, das Felix mir geantwortet hatte. Er schrieb, das ich einfach schonmal mein Zelt in seinem Garten aufbauen könnte und nicht mehr lange auf Ihn warten würde. Er sei gerade noch mit seinem Sohn in der Musikschule…

Am nächsten morgen faltet ich noch meine Klamotten, verabschiedete mich und fuhr aus Tariq´s Garten nach Oslo.

Für Oslo hatte ich nur einen Tag geplant. Da die Sightseeing Tour in Stockholm mit dem Motorrad ganz gut geklappt hatte, schaute ich mir Oslo nur durchs Visier an.

Da man mit dem Motorrad auch Fußgängerwege fahren kann, kommt man so gut wie überall hin. Und als Ausländer versteht man die Schilder ja sowieso nicht…

Oslo in Bildern:

Am späten Abend verließ ich Oslo und fuhr auf einen nahe gelegten Campingplatz, den ich mir am Abend zuvor schon herausgesucht gespeichert hatte. Eigentlich wollte ich wild campen, hatte aber dann eine Email von Workaway im Postfach. Ich hatte mich auf eine Stelle bei einem Hostel beworben, die jemanden für neue Werbefotos suchten. Es war einer meiner Favoriten. Das Hostel lag in der Nähe vom Preikestolen und Kjeragbolten. Nur eine Tunnel Fahrt von Stavanger entfernt. Nach kurzem Datenaustausch hatte ich dann am Freitag Abend noch ein flottes „Bewerbungsgespräch“ um alle nötigen Eckdaten zu besprechen. Am 30.05 war mein erster Arbeitstag. Besprochen und geplant hatten wir drei bis vier Wochen vor Ort. Einerseits um natürlich die Fotos zu erstellen und andererseits die Landschaft zu erkunden und wandern zu gehen.

Nun hatte ich nach vier Wochen wieder den ersten richtigen Termin. Das ich so schnell schon einen Job habe und dann auch noch etwas wo ich fotografieren kann, hätte ich am Tag der Abfahrt auch nicht gedacht…

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Antje Schenck

    Hallo Cedric,habe alles wieder voller Spannung gelesen.Man fühlt sich,als wenn man dabei wäre.
    Liebe Grüße Antje

  2. Karin

    Hallo mein Lieber🙂 es war wieder sehr spannend zu lesen. Gut das Du so viele verschiedene Leute kennenlernst. Freue mich wie es weiter geht. Lieben Gruß aus Tunesien 😘

  3. Kerstin Jahn

    Hallo Cedric, spannend zu lesen. Wünschen dir eine gute Zeit, tolle Erlebnisse und eine Pannen- und Unfallfreie Fahrt. LG Kerstin & Holger

    1. cedrich123

      Hallo ihr beiden 🙋🏼‍♂️,

      Das freut mich 😎👍🏻
      Vielen Lieben Dank ☺️

      sonnige Grüße
      Cedric 🤘🏼

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